Freitag, 21. November 2008
Ernährungszustand von Nachtschichtarbeitern, 2002
Gesundheit in Gefahr, 1991
Die betäubte Gesellschaft, 1986
Gesundheit

Die Qualität und die Kosten des deutschen Gesundheitssystems stehen gegenwärtig heftiger zur Diskussion denn je. Gesundheit ist für alle Menschen ein zentrales Gut: "Ohne Gesundheit ist alles nichts !"

Bei der Debatte um eine optimale Gesundheitsversorgung stellt sich immer die Frage, ob der bessere Weg eine stärkere Ausrichtung auf die Solidargemeinschaft oder eine stärkere Betonung der Eigenverantwortung ist. Zum zweiten, ob Lebensverlängerung oder Lebensqualitätsverbesserung das oberste Gesundheitsziel sein soll. Zum dritten, wie diese Größen gemessen werden sollen: Können die Ursachen für höhere Sterblichkeitsraten zweifelsfrei bestimmt werden? Sind die Kriterien für Lebensqualitätsverbesserungen der subjektiv empfundene Gesundheitszustand, die Häufigkeit nosokomialer Infektionen, die Überlebensdauer nach Operationen, die Anzahl gewonnener Jahre ?
Unser Vergleich der Sterblichkeitsraten in Deutschland zeigt, wie schwierig die Ursachenfindung für regional höhere Sterblichkeitsraten ist.
Wissenschaftlich unbestritten ist,
dass Prävention mittel- und langfristig Kosten senkt
dass Gesundheitsförderung den Wohlstand einer Gesellschaft hebt
dass die Rationalisierungspotentiale im Gesundheitswesen noch nicht ausgeschöpft sind
dass gegenwärtig bereits eine Rationierung der Gesundheitsleistungen stattfindet
dass durch die steigende Lebenserwartung der Bevölkerung der Bedarf an Gesundheitsleistungen weiter wachsen wird
Erfolgreiche Präventionsstrategien, die die Bevölkerung zu einer gesunden Lebensweise motivieren, haben wir 1990 umfassend im Auftrag des Bayerischen Gesundheitsministeriums gesucht und gefunden. Die Einstellung zum gesunden Leben ist auch unser Beitrag im ersten Deutschen Gesundheitsbericht. Neben ausreichender Bewegung ist die richtige Ernährung ein zentraler Bestandteil der Prävention. Unser Gutachten zur Ernährung von Nachtschichtarbeitern geht ausführlich auf die Zusammenhänge von Ernährung, Bewegung, Arbeit und Gesundheit ein. Mit der Kehrseite eines gesunden Lebens, dem Alkohol-, Nikotin- und Drogenkonsum, beschäftigen wir uns wissenschaftlich seit Jahren. Wir haben Longitudinal-Untersuchungen zum Alkoholkonsum eben so durchgeführt wie innovative Verfahren eingesetzt, um den Kokain-Konsum in Deutschland zu erhellen.

Die Einführung neuer Diagnose- und Therapietechniken verursacht in der Regel höhere Kosten. Wir haben deshalb die Mechanismen und Entscheidungsprozesse analysiert, mit denen neue Verfahren im Krankenhaus eingeführt werden. Dazu sind von uns nicht nur die Ärzte, sondern auch die Verwaltungsleiter gehört worden.

Zu den Problemen des Gesundheitswesens haben wir uns auch konzeptionell geäußert. Mit dem Manifest des Club for Health liegen von uns Vorschläge zur Rationierung und Rationalisierung im Gesundheitswesen vor. Ergänzt werden diese Vorschläge durch unsere Prognosen der Trends im Gesundheitswesen bis zum Jahr 2010. Einen realisierbaren Katalog von Gesundheitszielen haben wir im 1. Bayerischen Sozialbericht veröffentlicht.
 
 
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